Mittwochabend in Hamburg. Flutlicht auf dem Kunstrasen, dahinter wird der Himmel schwarz. Ich stehe an der Bande und schaue der vierten Herrenmannschaft beim Fußballspielen zu. Ein ziemlich guter Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.
Die Vierte hat vermutlich selten einen festen Platz in der Wochenendplanung von Menschen, die niemanden aus der Mannschaft kennen. Dabei lohnt es sich, einfach mal hinzugehen. Auch ohne Vereinszugehörigkeit, ohne Vorwissen und ohne jemanden auf dem Platz, dem man nachher erklären muss, warum man ausgerechnet bei seinem Fehlpass hingeschaut hat.
Schon die Nähe macht etwas aus. Von der Bande aus sieht man, wie wenig Zeit jemand hat, wenn der Gegner anläuft, und wie viel Platz plötzlich entsteht, sobald ein Pass durchkommt. Man kann dem Spiel folgen, ohne dass jemand eine Linie ins Bild malt. Und sich eine Meinung zur Aufstellung bilden, für die sich glücklicherweise niemand interessieren muss.
Wer regelmäßig Fußball schaut, verbringt erstaunlich viele Abende auf dem Sofa. Dabei liegt der nächste Sportplatz vielleicht nur einen Spaziergang entfernt. Unter der Woche noch kurz raus, ans Geländer stellen, ein bisschen zuschauen. Vielleicht bleibt man zehn Minuten. Vielleicht bis zum Abpfiff.
Gestern war es die vierte Herrenmannschaft eines Hamburger Clubs. Für einen guten Fußballabend hat das völlig gereicht.
Schaut mal nach, wer bei euch um die Ecke spielt. Die Vierte freut sich bestimmt auch über Leute, die mit niemandem verwandt sind.